Windows 10 Tipp: Fehlende Sicherheitsabfrage beim Datei löschen im Explorer wiederherstellen
Ich habe mir ein neuen Computer angeschafft, da das Windows 7 auf meiner ollen Kiste, die 15 Jahre ihren Dienst getan hat, einfach out-of-date war: vieles der Software wollte sich aktualisieren und lief dann nicht mehr auf Windows 7 oder die Software ließ sich einfach nicht mehr aktualisieren. Wie zum Beispiel die Browser. Das heißt dann auch: keine Sicherheitsupdates mehr. Es war also an der Zeit, Windows 7 Lebewohl zu sagen und auf mindestens Windows 10 umzusteigen.Gesagt, getan, aber: Neuer Computer, neues Betriebssystem, neues Problem: Wenn ich bei einer Datei im Explorer die Entfernen-Taste drücke, dann wird die Datei einfach gelöscht (bzw. in den Papierkorb verschoben). Ohne Sicherheitsabfrage, ohne Alles!
Wie bekloppt ist das denn? Haben die Jungs in Redmond Lack gesoffen oder sich das Hirn weg geätzt mit irgendwelchen synthetischen Drogen? Das ist doch nicht mehr normal: Zum einen wird man bevormundet und daran gehindert, mehr als 15 Dateien gleichzeitig an ein Programm im Kontextmenü zu schicken, was übervorsichtig ist und gleichzeitig fällt die Sicherheitsabfrage beim Löschen von Dateien komplett weg !?

Ich benutze eine kompakte Tastatur, die Microsoft Sculpt Ergonomic. Da liegen die Tasten nah beieinander und die Entf-Taste, die auch noch besonders groß ist, liegt direkt neben der Enter-Taste. Und rechts daneben hat es noch die Pos1 und Ende-Tasten, die ich auch häufiger mal gebrauche, um ans Ende oder den Anfang der Dateiliste, die bei mir meist sortiert ist, zu kommen.
Dann schaue ich also mal nicht genau hin und löse mal aus Versehen Entf zusammen mit Ende aus, weil, wie gesagt, die Taste nah beieinander liegen. Das Ergebnis: Die gerade markierte Datei (dann ja meist eine wichtige) wird gelöscht und ich bekomme garantiert nichts davon mit, weil ja gleich ans Ende der Dateiliste gesprungen wird. Was für eine Hirnrissigkeit! Wie kann man nur? Die Tastatur kommt übrigens aus dem Hause Microsoft, also keine faulen Ausreden.

Man kann die Sicherheitsabfrage wieder einschalten, aber danach kann man lange suchen.
Jeder normale Mensch würde die Option, die Sicherheitsabfrage wieder einzuschalten in den Einstellungen des Explorers suchen. Da, wo schon immer die Explorer-Optionen waren. Der Explorer fragt nicht nochmal nach beim Löschen, also muss ich das doch auch dort einstellen, weil ich will ja verändern, wie sich der Explorer verhält.
Entweder haben die betroffenden Windows-Entwickler nicht so mit Logik, oder Microsoft wollte das extra gemein verstecken! Aber wieso?
Die vielen Optionen dort kann man sich alle sorgfältig und langsam durchlesen. Und dann nochmal, weil man es nicht glauben kann. Aber man wird keine Option für die Sicherheitsabfrage beim Löschen finden.

Nein! Die befindet sich bei den Eigenschaften des Papierkorb. Nein, nicht Einstellungen des Papierkorbs, Eigenschaften!
Also zuerst einmal den Papierkorb öffnen: Windows-Taste drücken, "Papier" eingeben und das entsprechende Icon wählen.

Dann im Papierkorb im Menü auf "Verwalten / Papierkorbtools / Eigenschaften des Papierkorbs" gehen und diese anklicken.

Und hier (endlich!) findet man ein Ankreuzfeld (neudeutsch Checkbox) "Dialog zur Bestätigung des Löschvorgangs anzeigen".
Das kann man anhaken und schon kommen die Sicherheitsabfragen, die ich für sehr wichtig halte, wieder. Wie können die nur standardmäßig ausgeschaltet sein? Was hat die Entwickler da bloß geritten?
Zweite Möglichkeit über den Editor für lokale Gruppenrichtlinien
Hier arbeiten wir uns durch den Baum vor zu: Richtlinien für Lokaler Computer / Benutzerkonfiguration / Administratuve Vorlagen / Windows-Komponenten / Datei-Explorer.

Links in der Liste (die kann man auch alphabetisch sortieren) finden wir den Punkt "Bestätigungsdialog beim Löschen von Dateien anzeigen" mit der Beschreibung:
Ermöglicht die Anzeige einer Bestätigung im Datei-Explorer, sobald eine Datei gelöscht oder in den Papierkorb verschoben wird.Hier machen wir einen Doppelklick drauf und stellen im Dialog auf "Aktivieren". Fertig.
Wenn Sie diese Einstellung aktivieren, wird eine Bestätigung angezeigt, sobald der Benutzer eine Datei löscht oder in den Papierkorb verschiebt.
Wenn Sie diese Einstellung deaktivieren oder nicht konfigurieren, wird das Standardverhalten verwendet und kein Bestätigungsdialog angezeigt.
Dritte Möglichkeit über den Registrierungseditor
Und es gibt sogar noch einen dritten Weg, die Sicherheitsabfragen wieder einzuschalten: über einen Eintrag in der Registrierungsdatenbank von Windows.
Das geht eigentlich auch ganz einfach. Zuerst müssen wie den Registrierungs-Editor starten, indem wir die Windows-Taste drücken und danach die Anfangsbuchstaben "reg" eingeben und dann den Registrierungseditor anklicken.Kleine Warnung an dieser Stelle: Nicht einfach irgendwelche Werte im Registrierungseditor ändern oder löschen, denn das kann das Windows-System nachhaltig schädigen, so dass es nicht mehr richtig funktioniert. Also bitte sehr vorsichtig sein und alles doppelt überprüfen.

Im Registrierungseditor hangelt wir uns den Pfad Computer\
In diesem Verzeichnis legen wir einen neuen DWORD-Wert an: Rechtsklicken in freiem Bereich rechts, wo die ganzen Werte stehen, dann "Neu" anklicken, dann "DWORD-Wert (32 Bit)" auswählen. Es erscheint ein neuer Wert "Neuer Wert #1", den wir editieren können.
Hier geben wir den Wert-Namen "ConfirmFileDelete" ein, drücken Return und machen dann einen Doppelklick auf den Eintrag. Dann können wir den Wert an sich angeben: Klicken wir auf "Dezimal" für normale Zahlen und geben dann eine 1 ein, sozusagen für eingeschaltet. Das Ergebnis sollte dann in etwa so aussehen:

Leider wird die Änderung nicht sofort aktiv. Entweder wir starten den Computer einmal neu, oder wir beenden nur den Windows-Explorer und starten diesen dann neu. Dann können die anderen Programme weiterlaufen.
Dazu geht es in den Task Manager (Strg + Umschalt + Escape gleichzeitig drücken):

Dort müssen wir dann alle Windows-Explorer-Tasks beenden. Dazu einfach nur markieren und die Entf-Taste drücken. Und auch hier ein Aufschrei von mir: schon wieder keine Sicherheitsabfrage! Der Task wird einfach beendet. Um die Usability, also Nutzbarkeit der Benutzeroberfläche auch möglichst grausam zu gestalten, springt die Liste der Tasks auch gleich wieder an den Anfang, so dass wir jeden Explorer-Eintrag einzeln aufs Neue suchen müssen! Was für ein legendärer Fail. Den Lack, den sie in Redmond saufen, spülen sie anscheinend mit Terpentin runter. Anders kann ich mir solch einen Schwachsinn nicht erklären!
Der Task-Manager unter Windows 7 funktionierte doch einwandfrei. Er war übersichtlich, es gab Sicherheitsabfragen beim Beenden, er sprang nicht wild hin und her... wie kann man das dann nur so sehr verschlechtern? Eine Frechheit.
Am besten schmeißt ihr den verkrüppelten Task-Manager von Windows 10 über Bord, schaut ihn nicht mehr an und installiert euch den Process Explorer von Sysinternals. Mark Russinovich, der Autor der Software, weiß wenigstens noch, wie man systemnahe Software schreibt. Wahrscheinlich hat deswegen Microsoft damals seine Firma Winternals aufgekauft. Die Jungs bei Ms scheinen es nicht mehr auf die Reihe zu bekommen. Jedes Windows nach Version 7 wird schlechter als die Vorhergehende. Grausam! Und wir User müssen das dann mit Tipps und Tricks und Alternativ-Software wieder zurecht rücken.
Aber abgesehen davon, zurück zum Thema. Wenn alle Explorer-Tasks abgeschossen sind, verschwindet die Taskleiste von Windows. Das ist der Zeitpunkt, über den Task-Manager einen neuen Explorer als Task zu starten:


Die Taskleiste wird neu geladen und die Oberfläche von Windows wacht wieder auf.
Sicherheitsabfrage ist wieder da :)
Und jetzt funktioniert auch die so definierte Sicherheitsabfrage:
Das zweite Verfahren über die Registry sieht sich auf den ersten Blick komplizierter aus. Aber als Systemadministrator wird man sie zu schätzen wissen. Wenn man die Policies eh nicht schon über das Netzwerk verteilt, dann kann man die Einträge in der Registrierungsdatenbank auch mittels einer .reg-Datei erledigen. Dann muss man nur auf jedem PC einmal die .reg-Datei auf einem USB-Stick oder so doppelklicken und die Einstellung ist vorgenommen.
Hier kann man die .reg-Datei herunterladen, die den entsprechenden Registrierungseditor-Eintrag automatisch erledigt. Einfach herunterladen und ausführen bzw. doppelklicken. Es ist eine normale Text-Datei. Ihr könnt also hinein schauen und sie überprüfen. Das sollte man sich bei Reg-Dateien sowieso angewöhnen, nicht dass man sich irgendwas einfängt.
Wer das Ganze gerne noch einmal als Video gezeigt haben möchte, hier bitte sehr:
Nachtrag 2025-11-01
Windows 10 ist ja sooooo schlecht. Das ist wirklich eine Rückentwicklung gegenüber Windows 7: Das System ist ingesamt instabiler. Task werden einfach beendet ohne Fehlermeldung oder die Möglichkeit einen Debugger zu starten. Die Blue Screen sind mehr geworden. Der neue Task-Manager ist auch totaler Schrott: Auch hier keine Sicherheitsabfrage, wenn man einen Task mit Entf beendet. Kann man auch nicht nachrüsten. Bin auf den Process Explorer von Sysinternals umgestiegen.Auf meinem Tablet mit ursprünglich Windows 8.1 hat mich Windows bzw. Microsoft dazu gedrängt, auf Windoes 10 umzusteigen. Das ergibt nur Ärger: Das Teil ist zu blöd zu merken, dass der Platz auf der SD nicht ausreicht, um eine neue Windows-Version downzuloaden und zu entpacken. Bricht dann immer ab. Das hindert Windows aber nicht daran, mehrmals anzumerken, dass es eine neue Version gibt, die man ja unbedingt installieren müsste. Diese Warnfenster ploppen fröhlich im Vordergrund auf. Windows doch egal, ob ich gerade ein Video mache oder einfach nur arbeiten will ohne durch nervigen Scheiß abgelenkt zu werden.
Und es sind so viele andere Dinge, die an Windows 10 einfach nicht gehen. Außerdem ist es instabiler, größer, unkomfortabler, nerviger. Ein totaler Rückschritt gegenüber Windows 7. Nur noch mangelhaft. Und Windows 11 ist ja dann die Vollkatastrophe und noch mal schlimmer.
Warum nicht Windows 7 bis in alle Zeiten weiterverwenden? Ja, eben weil Browser nicht mehr "unterstützt" werden. Sicherheitslücken werden nicht mehr gefixt. Okay, da könnte man die Browser in einer Sandbox laufen lassen. Aber die ganze (BTW überflüssigen) Spielestarter von Steam, UPlay etc. weigern sich einfach, meine Spiele zu starten. Jetzt extra eine zweite Boot-Partition mit Windows 10 zum Spielen?
Man könnte ja auch auf Linux umsteigen. Die Auswahl an Distributionen ist groß. Die Entwickler sind eher User als profitgetriebene Konzerne und Linux ist deshalb mehr für den User und weniger dafür gut, an dir als User zu verdienen. Aber die Programme dort sind gewöhnungsbedürftig. Für einen Büro-PC, okay. Da braucht es nicht viel. Aber wenn man die ganze Bandbreite haben will, insbesondere Spiele, da ist Linux noch nicht soweit. Da brauche ich noch Windows. Wobei, nicht falsch verstehen: Linux ist jetzt schon in gewissen Dingen besser, Utilities für netzwerkorientierte Sachen sind auf Linux besser. Kommandozeilenorientierte Tools, die man in Batch-Dateien aufrufen kann: auch sehr viel besser. Linux ist mehr dazu gut, massenhaft Daten zu verarbeiten und Windows ist Klicki-Bunti mit grafischer Benutzeroberfläche. Was aber sehr hilfreich ist, wenn man ein Programm nicht auswendig kann. Und mal ehrlich: wie schnell hat man die Parameter für einen Linux-Befehl vergessen, wenn man es nicht täglich benutzt?
Die Hoffnung, das Windows 12 besser wird... Moment mal, sollte eigentlich nicht Windows 10 das letzte Windows überhaupt sein? Hatte Microsoft nicht gesagt, dass es nach 10 nichts mehr gäbe, und Win 10 dann nur noch geupdated wird? Das passt gut in das, was Microsoft aus marketingtechnischen Gründen daher blubbert und was später wirklich ist. Man fühlt sich an Politiker erinnert. Äh wo war ich, ach ja:
Die Hoffnung, das Windows 12 besser wird habe ich inzwischen fahren lassen. Wenn Microsoft nicht derbe Verluste einfährt, bleiben die auf dem Kurs "User melken, bis es nicht mehr geht". Sieht man ja auch an den ganzen Abos statt Software einmal zu kaufen und dann für immer zu benutzen. Außerdem ist ja inzwischen das Cloud-Geschäft das, was Geld reinbringt. Und danach vielleicht Office. Windows bringt glaube ich gar nicht mehr so viel Geld. Und damit das noch rentabel ist, verkauft man User-Daten und zeigt Werbung an. Ziemlich kurzsichtig. Denn so werden die Leute doch eher zu Linux (es gibt ja sonst keine Alternativen) abwandern, wenn der Leidensdruck groß genug ist. Und wenn die User erst einmal weg sind, wird es schwer, sie mit Windows 14 (13 wird natürlich übersprungen aus Aberglaube) wieder einzufangen.